Ramadan, 1001 Nacht, Germany Ragab Kamal Ramadan, 1001 Nacht, Germany Ragab Kamal

Menschlichkeit statt Grenzen

Eine persönliche Begegnung mit einer Nonne beim Katholikentag wird zum Ausgangspunkt für eine tiefere Reflexion über Glauben, Integration und die Frage, wie wir in einer vielfältigen Gesellschaft wirklich miteinander leben können.

Eine persönliche Begegnung beim Deutschen Katholikentag über Menschlichkeit, interreligiösen Dialog und die Frage, wie friedliches Zusammenleben zwischen Muslim und Christ wirklich aussehen kann.

Ich werde nicht die ganze Geschichte hinter diesem Bild erzählen, sondern vielmehr, was dieses Bild für mich bedeutet und welche Erfahrungen ich gestern dadurch gemacht habe.

Die Frau neben mir heißt Schwester Judet. Sie ist Nonne und — soweit ich verstanden habe — eine der Leiterinnen ihrer Gruppe. Zum ersten Mal begegnete ich ihr in den ersten Tagen des Deutschen Katholikentags. Jeden Morgen um genau 7:00 Uhr sah ich sie in der Jugendherberge sitzen.

Als ich angekommen bin, war ich voller Energie und Neugier — und ehrlich gesagt bin ich das immer noch — besonders wenn es darum geht, neue Religionen, Kulturen und Perspektiven kennenzulernen. Was mich sofort faszinierte, war ihre Kleidung und ihre ruhige Ausstrahlung. Jemanden morgens um sieben in einer Nonnenkleidung zu sehen, während alle anderen noch halb verschlafen waren, hatte irgendwie etwas Friedliches.

Also ging ich eines Morgens mit meinem Kaffee zu ihr und fragte:
„Entschuldigung, darf ich mich hier hinsetzen?“

Es war ein langer Tisch mit genug Platz für viele Menschen. Ihre erste Antwort war jedoch:
„Eigentlich erwarte ich noch meine Kolleginnen.“

Ein paar Sekunden später — vielleicht weil sie die Enttäuschung in meinem Gesicht bemerkte — lächelte sie und sagte:
„Wissen Sie was? Es ist okay. Sie kommen sowieso erst gegen acht.“

Also setzte ich mich zu ihr. Oder vielleicht ehrlicher gesagt: Ich lud mich selbst ein, und sie hieß mich willkommen.

Ich stellte mich vor:
„Mein Name ist Ragab Kamal, ich komme aus Ägypten und bin Doktorand in Marburg.“

Sie stellte sich als Schwester Judet aus der katholischen Kirche vor.

Ich erzählte ihr, dass ich Muslim bin und mich sehr für den interreligiösen Dialog zwischen Muslim:innen und Christ:innen interessiere und dass ich gemeinsam mit anderen Studierenden über die Goethe-Universität Frankfurt zum Katholikentag eingeladen wurde.

Für einen kurzen Moment wurde sie still und antwortete nur:
„Gut.“

Wir begannen über Ägypten, Religion, Reisen und das alltägliche Leben zu sprechen. Irgendwann sagte ich scherzhaft, dass sie wahrscheinlich nie in Ägypten gewesen sei, weil Ägypten „zu orthodox“ sei. Sie erklärte mir daraufhin, dass sie als katholische Nonne für Reisen eine Erlaubnis brauche und dass ihre Verantwortung innerhalb der Kirche sie momentan sehr beschäftige.

Dann sagte ich:
„Aber Jesus war doch auch in Ägypten.“

Sie schaute überrascht und fragte:
„War er das?“

Ich erinnerte sie an die Geschichte von Maria und Jesus, als sie nach Ägypten flohen, während Jesus noch ein Kind war. Sie lächelte und sagte:
„Heute erzählen die Menschen vieles. Manche sagen, Jesus war in Spanien, andere sagen, er war in Indien. Am Ende verändert das den Glauben selbst nicht.“

Und vielleicht hatte sie recht.

Später erzählte ich ihr, dass ich einen Gottesdienst besucht und sogar an der Kommunion teilgenommen hatte. Ich erklärte ihr, dass ich dies respektvoll und ehrlich erleben wollte. Als sie das hörte, war sie sichtbar überrascht und sagte sofort:

„Bitte erzählen Sie das nicht einfach jedem. Nicht alle würden das gut finden.“

Sie erklärte mir, wie tief und heilig die Kommunion im katholischen Glauben sei und dass selbst viele Katholik:innen nicht leichtfertig daran teilnehmen.

Dann sagte sie etwas, das mir bis heute im Kopf geblieben ist:
„Ob Sie daran glauben oder nicht — jetzt ist Jesus in Ihnen.“

Ich antwortete vorsichtig, dass es auch innerhalb islamischer spiritueller Traditionen Gedanken darüber gebe, dass Gott im Menschen gegenwärtig sein könne. Deshalb konnte ich irgendwie nachvollziehen, was sie meinte.

Und trotz all dieser Unterschiede blieb unser Gespräch friedlich, respektvoll und voller Lächeln.

Am nächsten Morgen ging ich wieder um 7:00 Uhr zu ihrem Tisch. Dieses Mal begrüßte sie mich direkt mit einem warmen Lächeln. Wir sprachen über Würzburg, die Veranstaltungen, Kirchen und den Katholikentag. Sie zeigte mir sogar Broschüren und lud mich ein, ihre Veranstaltungen zu besuchen, falls ich Zeit hätte.

Am dritten Tag ging ich bewusst nicht zu ihrem Tisch, weil er schon voller Menschen war und ich nicht stören wollte. Doch später begegneten wir uns zufällig in der Stadt.

Zu meiner Überraschung begrüßte sie mich mit einer unglaublich herzlichen Umarmung und sagte:
„Ich habe mich heute Morgen schon gefragt, wo Sie waren.“

Ich erklärte ihr, dass ich sie gesehen hatte, aber nicht stören wollte.

Dann fragte ich sie, ob wir zur Erinnerung ein gemeinsames Foto machen könnten, und sie freute sich ehrlich darüber.

Und irgendwie ist mir diese kleine menschliche Begegnung stärker im Gedächtnis geblieben als viele offizielle Vorträge oder Diskussionen.

Gleichzeitig musste ich an einen muslimischen Kollegen aus Ägypten denken, mit dem ich früher gearbeitet habe. Er ist ein sehr konservativer Muslim und kritisiert mich oft dafür, wenn ich positiv über Christ:innen schreibe oder meinen christlichen Nachbar:innen zu religiösen Feiertagen gratuliere. Immer wieder schickt er mir Links und Beiträge, in denen behauptet wird, dass so etwas haram — also verboten — sei.

Und ehrlich gesagt finde ich das traurig.

Denn wenn man in Europa lebt — oder irgendwo auf der Welt — dann ist friedliches Zusammenleben keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Integration bedeutet nicht nur Sprache, Dokumente oder einen Pass. Integration bedeutet auch, zu lernen, mit Menschen friedlich zu leben, die anders sind als man selbst.

Wenn deine Nachbar:innen eine andere Religion, Kultur oder Weltanschauung haben, macht sie das nicht automatisch zu deinen Feinden.

Solange dich niemand verletzt — warum solltest du andere verletzen?

Für mich ist Integration etwas zutiefst Menschliches. Sie ist wichtig für den eigenen inneren Frieden, für die eigene Würde und für die Fähigkeit, ehrlich mit sich selbst und anderen zu leben.

Und das gilt nicht nur für Europa.

Auch in Ägypten leben Christ:innen neben uns. Menschlichkeit sollte nicht wegen theologischer Unterschiede verschwinden.

Man muss nicht denselben Glauben teilen, um anderen mit Respekt, Freundlichkeit und Würde zu begegnen.

Um friedlich zusammenleben zu können — egal ob in einem muslimischen oder christlichen Land — müssen wir zuerst lernen, einander als Menschen zu sehen.

Vielen Dank an alle, die mit Interesse lesen und offen bleiben – das bedeutet mir wirklich viel. Teilt gerne eure Gedanken und Erfahrungen – ich freue mich auf den Austausch! 🙂 Ma’assalama ( Auf wiedersehen) 🌙✨


P.S.: Der Text wurde von einer KI korrigiert, aber der Inhalt wurde von mir selbst verfasst, Ragab Kamal Abouhalima, Doktorand an der Philipps-Universität Marburg.

 

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Spiritualität und Zugehörigkeit

Zwischen Moschee, Kirche und Zuhause: Gedanken über Zugehörigkeit und Spiritualität beim Deutschen Katholikentag

Zwischen Spiritualität, Zugehörigkeit und der Frage nach einem echten Zuhause: Meine Eindrücke vom zweiten Tag beim Deutschen Katholikentag — über Moscheen, Kirchen, Integration und die Suche nach sicheren Räumen für unterschiedliche Stimmen und Identitäten.

Ein weiterer langer Tag voller unterschiedlicher Erfahrungen beim Deutschen Katholikentag — rund um Demokratie, Solidarität, Zusammenleben sowie das Verhältnis zwischen Muslim:innen und Christ:innen in Deutschland.

Besonders nachdenklich gemacht hat mich ein Workshop, den wir heute Morgen gemeinsam mit einer anderen Gruppe des KAAD (Katholischer Akademischer Austauschdienst) hatten. Die meisten Teilnehmenden hatten einen afrikanischen oder asiatischen Hintergrund.

Wir waren ungefähr dreißig Personen in einem großen Raum und wurden in sechs kleinere Gruppen mit jeweils etwa fünf Personen aufgeteilt.

In meiner Gruppe war eine junge Frau, die Lehramt und Religionswissenschaft studiert, zwei afrikanische christliche Doktoranden, zwei asiatische Studenten — einer davon ein muslimischer Bachelorstudent und der andere ein christlicher PhD-Student — und dann ich: ein „young-old man“ aus Ägypten und Muslim. :)

Trotz unserer unterschiedlichen Hintergründe wurde schnell deutlich, dass Spiritualität im Leben von uns allen eine wichtige Rolle spielt. Wir hatten etwa 30 bis 40 Minuten Zeit, um gemeinsam über einige Fragen zu sprechen und sie aus unseren jeweiligen Perspektiven zu beantworten.

Die Fragen lauteten:

  • Wenn du an dein eigenes religiöses und spirituelles Leben in Deutschland denkst: An welchen Orten und bei welchen Gelegenheiten fühlst du dich zuhause, akzeptiert und wohl?

  • An welchen Orten oder in welchen Situationen fühlst du dich dagegen nicht zuhause oder hast das Gefühl, dass etwas nicht passt?

  • Welche religiösen, moralischen und ethischen Werte spielen dabei eine besondere Rolle?

  • Und schließlich: Was wäre dein Wunsch?

Was mich am meisten fasziniert hat, war, dass die Antworten völlig unterschiedlich ausfielen. Für manche Teilnehmende waren spirituelle Orte wie Moscheen oder Kirchen genau die Orte, an denen sie sich zuhause und sicher fühlten. Für andere hingegen waren genau diese Orte der Grund dafür, dass sie sich ausgeschlossen oder unwohl fühlten.

Und ehrlich gesagt fand ich das ziemlich traurig. Spirituelle Orte sollten eigentlich Orte der Sicherheit, des Friedens und der Zugehörigkeit sein. Und für viele Menschen sind sie das auch tatsächlich. Einige erzählten, dass sie sich dort endlich angenommen fühlten: Sie konnten auf vertraute Weise beten, ihre eigene Sprache hören und in einem fremden Land eine neue Gemeinschaft finden.

Für andere war die Erfahrung jedoch genau das Gegenteil.

Eine Frau aus unserer Gruppe, die Religionspädagogik studiert und später Religion unterrichten möchte, erzählte, dass sie sich innerhalb der Kirche oft ausgeschlossen fühlt — einfach weil sie eine Frau ist. Ich musste kurz lachen und fragte sie scherzhaft:
„Also bist du eine Imamah?“
Dabei benutzte ich die weibliche Form von „Imam“ im Arabischen — also die Person, die das Gebet in der Moschee leitet.

Sie lächelte traurig und sagte:
„Ich würde es gerne sein, aber ich kann es nicht. Nicht weil ich nicht qualifiziert bin, sondern weil ich eine Frau bin.“

Sie erklärte, dass sie inzwischen nach anderen spirituellen Orten sucht, an denen sie nicht aufgrund ihres Geschlechts beurteilt wird.

Ein anderer Teilnehmer berichtete von ähnlichen Erfahrungen in der Moschee. Er sagte, dass er manchmal Angst habe, offen über seine religiösen oder politischen Ansichten zu sprechen — besonders dann, wenn sie von den vorherrschenden Meinungen innerhalb der Gemeinde abweichen. Als Beispiel nannte er Kritik an Erdoğan und die Sorge, dafür nicht akzeptiert zu werden. Deshalb sucht auch er nach sicheren Räumen, in denen er einfach er selbst sein kann, ohne aufgrund seiner Herkunft oder politischen Meinung bewertet zu werden.

Ein weiterer Teilnehmer erzählte, dass er lange nach einer englischsprachigen Kirche gesucht habe. Schließlich fand er eine Kirche etwa vierzig Minuten von seinem Wohnort entfernt. Für ihn wurde dieser Ort zu einem Zuhause — ein Ort, an dem er sich endlich verstanden und sicher fühlte.

Ein älterer Student unter uns, der gerade seine Promotion abgeschlossen hatte, reflektierte sehr tief über seine Erfahrungen in Deutschland. Er sagte:

„Am Anfang war es für mich nicht schwierig, die Deutschen zu verstehen. Das Schwierige war eher, sie dazu zu bringen, mich zu verstehen — meinen Hintergrund, meine Gefühle und meine Werte.“

Er beschrieb Integration manchmal als einen einseitigen Prozess. Natürlich wisse er, dass er Gast in diesem Land sei, aber trotzdem wollte er ein aktiver und respektierter Teil der Gesellschaft werden.

Daraufhin meldete sich die einzige Deutsche in unserer Gruppe zu Wort.

Sie erzählte, dass ein Bekannter früher oft gesagt habe: „Wenn sie kein Deutsch sprechen, dann ist das ihr Problem.“

Doch obwohl sie großen Respekt vor ihrem Vater habe, stimme sie dieser Haltung nicht zu. Für sie müsse Integration ein gemeinsamer Prozess sein.

„Wir sind alle Teil derselben Gesellschaft“, sagte sie. „Wir können nicht erwarten, dass nur eine Seite sich verändert, während die andere einfach abwartet.“

Und vielleicht kam die schönste Reflexion später aus einer anderen Diskussionsgruppe:

Zuhause ist nicht nur ein physischer Ort. Sich sicher zu fühlen hängt nicht nur davon ab, wo man ist, sondern auch davon, wie man sich selbst sieht — wie sehr man den eigenen Werten, der eigenen Würde und Menschlichkeit vertraut.

Vielen Dank an alle, die mit Interesse lesen und offen bleiben – das bedeutet mir wirklich viel. Teilt gerne eure Gedanken und Erfahrungen – ich freue mich auf den Austausch! 🙂 Ma’assalama ( Auf wiedersehen) 🌙✨


P.S.: Der Text wurde von einer KI korrigiert, aber der Inhalt wurde von mir selbst verfasst, Ragab Kamal Abouhalima, Doktorand an der Philipps-Universität Marburg.

 

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Zwischen Dialog und Mission

Der erste Tag beim Deutscher Katholikentag in Würzburg war voller Begegnungen, Fragen und Widersprüche: Zwischen interreligiösem Dialog, spirituellen Erfahrungen und überraschenden Gesprächen teile ich einige meiner persönlichen Eindrücke.

Der erste Tag beim Deutscher Katholikentag in Würzburg: Zwischen Regen, Dialog, Spiritualität und besonderen Begegnungen – persönliche Eindrücke eines muslimischen Teilnehmers.

Heute durfte ich im Rahmen eines Stipendienprogramms meiner Universität am Deutscher Katholikentag in Würzburg teilnehmen. Das heutige Programm bestand aus Gruppenbesprechungen, dem Eröffnungsgottesdienst, verschiedenen kulturellen Veranstaltungen, Musik auf den Bühnen der Stadt sowie vielen Begegnungen und Gesprächen über Religion, Gesellschaft und interreligiösen Dialog.

Hier sind einige meiner persönlichen Eindrücke vom ersten Tag. Eigentlich wollte ich noch viel mehr schreiben, denn es gab heute unglaublich viele spannende und besondere Momente. Aber inzwischen ist es schon spät geworden – und morgen wartet ein weiterer langer Tag mit neuen Begegnungen, Erfahrungen und sicherlich noch mehr Eindrücken auf mich. Viel spaß beim lesen

——-

Wir hatten etwa eine Stunde Pause, also entschied ich mich, ein wenig durch die Stadt zu laufen, Musik zu hören und die verschiedenen Bühnen und Konzerte anzuschauen.

Plötzlich sprach mich jemand von hinten auf Arabisch an: (Min ayna anta?) – „Woher kommst du?“ in Hocharabisch.

Ich lächelte und antwortete auf Ägyptisch: (Ana min Masr) – „Ich komme aus Ägypten.“

Danach wollte er mir eine Bibel geben bzw. verkaufen. Ich bedankte mich freundlich und sagte mit einem Lächeln:
„Danke, ich habe bereits eine Bibel zu Hause, und ich bin Muslim mit Interesse am interreligiösen Dialog.“

Zunächst dachte er offenbar, ich meine den Quran – vielleicht auch, weil Jesus im Islam eine große Rolle spielt. Dann sagte er jedoch sehr deutlich zu mir:
„Du brauchst dieses Buch, sonst kommst du in die Hölle.“

Für einen kurzen Moment dachte ich, ich hätte ihn vielleicht wegen der Sprachbarriere falsch verstanden. Aber nein – ich hatte ihn richtig verstanden. Er meinte konkret: Wenn ich nicht an die Kreuzigung Jesu und das daraus entstandene christliche Verständnis von Erlösung glaube, würde ich in die Hölle kommen.

Ich schaute ihn respektvoll an und antwortete mit einem Lächeln:
„Ich schätze Ihre Zeit und Ihre Mühe sehr. Aber wir Menschen können nicht entscheiden, wer in die Hölle kommt und wer nicht.“

Für mich hat dieser Moment einen wichtigen Unterschied gezeigt: den Unterschied zwischen echtem Dialog und Missionierung. Interreligiöser Dialog beginnt mit Respekt, Zuhören und der Anerkennung der Menschlichkeit des anderen – nicht mit Angst.

Vorher, nach unserer morgendlichen Gruppenbesprechung sind wir gegen 10 Uhr gemeinsam zum Eröffnungsgottesdienst des Deutscher Katholikentag in Würzburg gegangen – zusammen mit Hunderten anderen Menschen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen und auch in Anwesenheit von Frank-Walter Steinmeier ( Der Bundespräsident , Deutschland).

Als Muslim, der den interreligiösen Dialog sehr schätzt, versuche ich solche Gelegenheiten wahrzunehmen, um andere religiöse Erfahrungen und Traditionen mitzuerleben und besser zu verstehen – solange ich die Möglichkeit dazu habe.

Während des Gottesdienstes begannen plötzlich alle, sich gegenseitig mit den Worten „Friede sei mit dir“ zu begrüßen. Sofort musste ich an die islamische Begrüßung „Assalamu alaykum“ denken – „Friede sei mit dir“.

Also begann auch unsere Gruppe, sich gegenseitig so zu begrüßen:
„Friede sei mit dir“ und „Assalamu alaykum“.

Es regnete fast den ganzen Gottesdienst über. Doch gegen Ende hörte der Regen plötzlich auf und die Sonne kam heraus. Es wirkte fast symbolisch – wie eine Szene aus einem Film.

Am meisten faszinierte mich jedoch die Austeilung der Kommunion. So eine Szene hatte ich zuvor noch nie erlebt. Eine Frau stand dort mit kleinen Brotstücken auf kleinen Tellern, während jemand anderes wegen des Regens einen Schirm über sie hielt. Die Menschen standen ruhig und respektvoll in einer Reihe und hielten beide Hände geöffnet vor sich, während sie auf ihren Moment warteten. Zu jeder Person sagte sie:
„Leib Christi.“

Unsere Gruppe bestand aus jungen, gebildeten Männern und Frauen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen – Muslim:innen und Christ:innen. Die meisten Muslim:innen entschieden sich, nicht an der Kommunion teilzunehmen, da die religiöse Bedeutung dahinter nicht mit dem islamischen Glaubensverständnis übereinstimmt. Im Islam gibt es weder den Glauben an die Kreuzigung Jesu als Erlösungstat noch die Vorstellung, dass jemand die Sünden anderer trägt. Jede Person trägt Verantwortung für ihre eigenen Taten.

Trotzdem wollte ich diese besondere Erfahrung bewusst erleben – vielleicht eine Erfahrung, die ich nie wieder in meinem Leben machen werde. Also stellte ich mich zwischen die anderen Menschen, empfing ein Stück Brot und hörte:
„Leib Christi.“

Und ich aß es.

Später ging ich zurück zu einer deutschen christlichen Kollegin und fragte sie nach der tieferen Bedeutung dieses Rituals. Sie erklärte mir, dass die Kommunion symbolisiert, dass Jesus nun in der Person sei, die das Brot empfängt.

Sofort musste ich an Al-Hallaj denken – an mystische Traditionen im Islam und an seine berühmte Aussage:
„أنا الحق“ – „Ana al-Haqq“.

Ich lächelte und sagte scherzhaft:
„Dann kann ich jetzt wohl sagen: Jesus ist in mir … ich bin Gott.“
Und wir lachten alle gemeinsam.

Warum ich diese lange Geschichte erzähle?

Weil ich es faszinierend finde:
Am selben Tag, am selben Ort und während einer der größten religiösen Veranstaltungen Deutschlands wurde ich einerseits eingeladen, symbolisch Gott in mir aufzunehmen – und nur wenige Stunden später sagte mir jemand anderes, ich würde in die Hölle kommen.

Interessant.
Menschlich.
Und irgendwie auch ein wenig lustig.

Vielen Dank an alle, die mit Interesse lesen und offen bleiben – das bedeutet mir wirklich viel. Teilt gerne eure Gedanken und Erfahrungen – ich freue mich auf den Austausch! 🙂 Ma’assalama ( Auf wiedersehen) 🌙✨


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Vortrag in Berlin

Vortrag im Rahmen einer internationalen NISIS-Konferenz an der FU Berlin: Analyse deutscher Islamwahrnehmungen in der Reiseliteratur und im Kontext des europäischen Orientalismus.

Vortrag an der Freien Universität Berlin

Ich freue mich, meinen Vortrag an der Freien Universität Berlin im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Veranstaltung bekannt zu geben, die von der Netherlands Interuniversity School for Islamic Studies (NISIS) organisiert wurde.

Die Tagung brachte Forschende aus verschiedenen nationalen und internationalen Universitäten zusammen und bot eine Plattform für den interdisziplinären Austausch in den Bereichen Islamwissenschaft, Orientalismus, Reiseliteratur und Kulturgeschichte.

Mein Vortrag trug den Titel:

German Perceptions of Islam through Travel Literature: A Study of Heinrich von Maltzan’s Journey to Mecca)

„Deutsche Wahrnehmungen des Islams in der Reiseliteratur: Eine Studie zu Heinrich von Maltzans (gest. 1874) Reise nach Mekka.“

Darin untersuchte ich die deutschen Wahrnehmungen des Islams im 19. Jahrhundert anhand der Reiseberichte Heinrich von Maltzans und beleuchtete deren Bedeutung im Kontext des europäischen Orientalismus und interkultureller Begegnungen.

Die Veranstaltung behandelte unter anderem folgende Themen:

  • Deutsche Islamwissenschaft und Orientalismus

  • Reiseliteratur und kulturelle Wahrnehmungen

  • Darstellungen des Islams in Europa

  • Intellektuelle und interkulturelle Austauschprozesse

Mein herzlicher Dank gilt NISIS für die hervorragende Organisation sowie der Freien Universität Berlin für die großzügige Gastfreundschaft. Die drei intensiven Tage boten wertvolle Gelegenheiten zum wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung.

Ausgewählte Fotos dieser bereichernden Erfahrung sind beigefügt.

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Ostern: Muslime & Christen

Ostern in Deutschland verbindet Religion, Tradition und Gesellschaft: Es erinnert an die Auferstehung Jesu, bringt Familien zusammen und prägt soziale Bräuche. Für Muslim:innen ist es ein Anlass für Respekt und Zusammenleben, während sie ihre eigene religiöse Identität bewahren.

🐣 Ostern in Deutschland: Zwischen Religion, Tradition und muslimischer Perspektive

Ich bin Muslim und interessiere mich für den Dialog zwischen Religionen und das Aufeinandertreffen von Kulturen. In letzter Zeit habe ich begonnen, Begriffe und Konzepte kennenzulernen, die mit dem Christentum in Deutschland verbunden sind, wie zum Beispiel Karfreitag. Dieser Tag ist ein gesetzlicher Feiertag, an dem viele Christ:innen – besonders Katholik:innen – auf Feiern verzichten, kein Fleisch essen und laute Musik vermeiden, aus Respekt vor der Kreuzigung Jesu.

Jedes Frühjahr füllen sich die Straßen in Deutschland mit Farben und einer besonderen Atmosphäre anlässlich von Ostern, einem der wichtigsten Feste im Christentum. Doch hinter den bunten Eiern und dem Osterhasen steht eine tief religiöse Geschichte sowie eine soziale Erfahrung, die das Zusammenleben in der deutschen Gesellschaft widerspiegelt.

Im Kern ist Ostern ein christliches Fest, das an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seiner Kreuzigung erinnert. Nach christlichem Glauben wurde Jesus am Karfreitag gekreuzigt und ist am Sonntag auferstanden – dieser Tag wird als Ostersonntag gefeiert. Die Auferstehung symbolisiert Hoffnung, den Sieg über den Tod und einen Neuanfang und gehört zu den zentralen Elementen des christlichen Glaubens.

Heute beschränkt sich Ostern in Deutschland jedoch nicht nur auf den religiösen Aspekt, sondern ist auch ein soziales und kulturelles Ereignis. Familien kommen zusammen, Kinder suchen nach bunten Eiern, die angeblich vom „Osterhasen“ versteckt wurden, es gibt Frühlingsmärkte, und in einigen Regionen werden Osterfeuer entzündet – als Symbol für Erneuerung und den Beginn einer neuen Jahreszeit.

Für Muslim:innen in Deutschland spiegelt die Wahrnehmung von Ostern oft ein Bewusstsein für Vielfalt und Zusammenleben wider. Viele begegnen dem Fest mit Respekt, da es für ihre christlichen Nachbar:innen und Freund:innen eine große Bedeutung hat. Einige nehmen an den allgemeinen gesellschaftlichen Aktivitäten teil – wie Spaziergänge in der Natur oder Treffen mit Freund:innen – ohne jedoch an religiösen Ritualen teilzunehmen.

Gleichzeitig besteht ein klarer theologischer Unterschied: Im Islam wird die Kreuzigung und Auferstehung Jesu nicht im gleichen Sinne verstanden; vielmehr wird geglaubt, dass Gott ihn zu sich erhoben hat. Daher achten viele Muslim:innen darauf, zwischen sozialer Teilnahme und religiösem Glauben zu unterscheiden, während sie ihre eigene Identität und ihre Feste wie das Zuckerfest (ʿĪd al-Fiṭr) und das Opferfest (ʿĪd al-Aḍḥā) bewahren.

Am Ende ist Ostern in Deutschland nicht nur ein religiöses Fest, sondern auch ein Beispiel für gelebtes Zusammenleben: Jede:r bewahrt den eigenen Glauben und schafft gleichzeitig Raum für gegenseitigen Respekt und ein gemeinsames Leben. 🤝

Vielen Dank an alle, die mit Interesse lesen und offen bleiben – das bedeutet mir wirklich viel.

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Ma’assalama ( Auf wiedersehen) 🌙✨

 

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Wörter ohne Grenzen

Wusstest du, dass viele Wörter in europäischen Sprachen aus dem Arabischen stammen? Beispiele sind Zucker, Kaffee oder Algebra. Arabisch hat über Jahrhunderte Wissen, Handel und Kultur in viele Regionen getragen.

Während einer meiner Arabischstunden, als wir gerade das Verb يشتري (yaschtarī) „kaufen“ besprochen haben, wurde einer meiner Studenten plötzlich ganz aufgeregt. Er hielt kurz inne und bemerkte, wie erstaunlich ähnlich dieses Wort dem französischen Verb acheter „kaufen“ klingt.

Hast du schon einmal bemerkt, dass manche Wörter in verschiedenen Sprachen arabisch klingen? 🤔

Tatsächlich gibt es große Ähnlichkeiten zwischen dem Arabischen und vielen anderen Sprachen weltweit. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Geschichte und kulturellem Austausch.

📌 Zum Beispiel:

  • Das englische Wort „Sugar“ stammt vom arabischen „sukkar“ (سكر)

  • „Coffee“ geht auf das arabische „qahwa“ (قهوة) zurück

  • Im Spanischen finden wir Wörter wie:

    • azúcar (Zucker)

    • almohada (Kissen)

    • álgebra (Algebra)

📌 Auch im Deutschen:

  • Zucker = سكر (Zucker)

  • Kaffee = قهوة „qahwa“

💡 Warum ist das so?
Im Mittelalter, besonders durch Al-Andalus und den Handel zwischen Ost und West, gelangten tausende arabische Wörter in europäische Sprachen – vor allem in Bereichen wie Wissenschaft, Handel, Ernährung und Astronomie.

✨ Arabisch war nicht nur eine Sprache, sondern eine kulturelle Brücke, die Wissen in die Welt getragen hat.

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Kennst du noch andere Beispiele? Schreib sie in die Kommentare 👇

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Zuckerfest & Opferfest

Erfahre alles über Zuckerfest (Eid al-Fitr) und Opferfest (Eid al-Adha): Bedeutung, Ursprung, Traditionen und wie Muslime weltweit feiern.

In den kommenden Tagen – vielleicht schon morgen – beginnt in Deutschland das Fest des Fastenbrechens, bekannt als „Zuckerfest“ (Eid al-Fitr). Etwa zwei Monate und zehn Tage später folgt das Opferfest (Eid al-Adha), das im Deutschen oft als „Opferfest“ bezeichnet wird.

Das Wort „Eid“ bedeutet im Arabischen einfach „Fest“ oder „Feier“. Zu diesen Anlässen treffen sich Menschen, besuchen Familie und Freunde und gratulieren sich gegenseitig mit den Worten „Eid Mubarak, was so viel bedeutet wie „Gesegnetes Fest“.

Die Feierlichkeiten beginnen meist mit einem gemeinsamen Gebet am Morgen. Danach verbringen viele den Tag mit ihren Familien, essen zusammen, tauschen Geschenke aus und besuchen Verwandte. Ein wichtiger Teil ist auch das Teilen mit anderen – besonders mit Menschen, die weniger haben. So stehen die Eid-Feste nicht nur für Freude, sondern auch für Gemeinschaft, Großzügigkeit und Zusammenhalt.

Beide Feste gehören zu den wichtigsten religiösen Anlässen im Islam und tragen tiefe spirituelle und kulturelle Bedeutungen, die in der islamischen Geschichte und der arabischen Sprache verwurzelt sind.

Eid al-Fitr markiert das Ende des Monats Ramadan, einer Zeit des Fastens und der Besinnung. Der Name „Fitr“ bedeutet im Arabischen das „Brechen des Fastens“. An diesem Tag feiern Muslime nicht nur das Ende des Fastens, sondern drücken auch Dankbarkeit aus und stärken den sozialen Zusammenhalt, unter anderem durch die Pflichtabgabe (Zakat al-Fitr), die Bedürftigen zugutekommt.

Eid al-Adha findet während der Pilgerzeit statt, am zehnten Tag des Monats Dhul-Hijja, also etwa siebzig Tage nach Eid al-Fitr. Dieses Fest steht für Gehorsam, Opferbereitschaft und tiefen Glauben. Es erinnert an die Geschichte des Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn aus Gehorsam gegenüber Gott zu opfern, bevor dieser durch ein Opfertier ersetzt wurde. Daher stammt auch der Name „Adha“, der sich auf das Opfer (arabisch: Udhiya) bezieht.

Aus sprachlicher Sicht spiegeln beide Namen den Kern der Feste wider: „Fitr“ steht für das Beenden des Fastens, während „Adha“ das Opfern und die Annäherung an Gott symbolisiert.

Zusammengefasst sind diese beiden Feste weit mehr als nur religiöse Feiern – sie verkörpern Werte wie Dankbarkeit, Solidarität, Großzügigkeit und Gemeinschaft.

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Ramadan – Ein persönlicher Rückblick

Nicht immer ist es einfach, über Ramadan zu sprechen – besonders dann, wenn zwischen Interesse und Missverständnis nur ein schmaler Grat liegt. Und doch zeigt genau das, wie wichtig es ist, weiter zu erzählen, zu erklären und zu teilen.

Liebe Leserinnen und Leser,

zu Beginn des Ramadan hatte ich mir vorgenommen, jeden Tag einen kurzen Beitrag mit euch zu teilen. Wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich das nur an etwa fünf bis sieben Tagen geschafft – und inzwischen sind wir schon beim 28. Tag angekommen, mit nur noch zwei verbleibenden Tagen.

In den letzten Wochen war ich sehr beschäftigt – zwischen Arbeit, Unterricht und Universität blieb leider wenig Zeit dafür. Wenn ich ehrlich bin, gab es aber noch einen weiteren Grund: Ich habe etwas gezögert. Ich habe mich gefragt, ob solche Beiträge überhaupt für alle interessant sind, da Ramadan natürlich nicht Teil jeder Kultur ist. Außerdem habe ich einige Kommentare erhalten, die nicht besonders angenehm waren und mich etwas zurückhaltender gemacht haben.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass sich dennoch Menschen gemeldet haben, die wirklich interessiert und offen sind, mehr darüber zu erfahren. Das hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, weiterzumachen.

Für mich bedeutet Ramadan auch Teilen – Zeit, Gedanken und Wissen. Und vielleicht geht es genau darum: dass man nicht alles kennen muss, um offen dafür zu sein.

Deshalb möchte ich die verbleibenden Tage noch nutzen und wieder etwas posten. In den nächsten Beiträgen werde ich unter anderem erklären, was Eid al-Fitr und Eid al-Adha bedeuten, woher diese Begriffe kommen und welche Bedeutung sie haben.

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🌙 Hilal und Mondphasen

Der Hilal – die Mondsichel – markiert den Beginn jedes Monats im islamischen Kalender. Erfahre mehr über die Mondphasen im arabischen Monat und ihre Bedeutung für Ramadan und andere islamische Feste.

Ramadan, Tage 6

🌙 Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag: Der Hilal und die Mondphasen im arabischen Monat

In meinem letzten Beitrag habe ich über die Ramadandekorationen in Frankfurt und die zentrale Rolle des Hilal in den Straßen und Plätzen gesprochen. Heute möchte ich ausführlicher erklären, was der Hilal ist und welche Mondphasen im arabischen Monat unterschieden werden, die im islamischen Kalender eine wichtige Rolle spielen und die Bestimmung religiöser Feiertage wie Ramadan, Eid al-Fitr und Eid al-Adha ermöglichen.

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mondzyklus und nicht nach der Sonne. Daher gilt die Sichtung des Hilal als offizieller Beginn eines jeden Monats. Das Wissen über die Mondphasen hilft, die Monate genau zu verfolgen und die Zeiten für Fasten, Gebete und Feste zu bestimmen.

🌒 Hilal – die Mondsichel:

Dies ist die dünne Mondsichel, die nach Neumondsicht erscheint und den Beginn des Monats markiert, z. B. den Beginn des Ramadan.

🌓 Erstes Viertel (First Quarter)

In dieser Phase ist der Mond halb beleuchtet und tritt in den ersten Tagen des Monats auf.

🌕 Vollmond (Full Moon)

Der Mond ist vollständig beleuchtet und erscheint meist in der Monatsmitte.

🌗 Letztes Viertel (Last Quarter)

Der Mond ist wieder halb beleuchtet, jedoch spiegelverkehrt zum ersten Viertel, und markiert das Ende des Monats.

Das Verständnis der Mondphasen im arabischen Monat ist wichtig für den islamischen Kalender und die Planung religiöser Ereignisse.

Teilt gerne eure Gedanken und Erfahrungen zum Hilal und den Mondphasen!
Ma’assalama 🌙✨

 

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Der Ramadan-Halbmond

Zum dritten Mal in Folge erstrahlt Frankfurt im Zeichen des Ramadan. Besonders auffällig ist dabei der Halbmond, der viele der Lichtinstallationen prägt. Er ist weit mehr als Dekoration: Im Islam markiert er den Beginn des Fastenmonats und steht für Neuanfang, Besinnung und spirituelle Erneuerung. So wird aus einem leuchtenden Symbol im Stadtbild eine stille Botschaft über Hoffnung, Vielfalt und gemeinsames Miteinander. ✨

Ramadan, Tage 5

„🌙 Der Ramadan Hilaal-Halbmond - in Frankfurt – Wenn Dekoration Bedeutung trägt?“

In diesem Jahr werden die Straßen von Frankfurt bereits zum dritten Mal in Folge mit Ramadan-Dekoration geschmückt, um den Beginn des Fastenmonats der Muslime zu feiern. Dabei fällt auf, dass sich viele der Lichter und Motive um ein bestimmtes Symbol drehen: den Halbmond.

Doch warum gerade dieses Zeichen?

🌙 Warum der Halbmond?

Im Islam beginnt der Ramadan mit der Sichtung des Neumondes, denn der islamische Kalender folgt dem Mondzyklus. Der Halbmond ist daher mehr als ein dekoratives Element – er markiert den Beginn einer besonderen Zeit: eine Zeit des Fastens, der inneren Einkehr, der Selbstdisziplin und der spirituellen Besinnung.

🏠 Zwischen Balkonen und Boulevards

Ob als leuchtendes Symbol an Balkonen, kombiniert mit traditionellen Laternen (Fanous) oder als Lichterinstallation in der Innenstadt – der Halbmond schafft eine Atmosphäre der Vorfreude und des Zusammenhalts.

Er steht für:

  • einen Neuanfang,

  • Selbstreflexion und Achtsamkeit,

  • Solidarität und Barmherzigkeit,

  • die Verbindung zwischen Spiritualität und Naturzyklus.

Für viele Muslime bedeutet sein Erscheinen jedes Jahr eine Einladung, innezuhalten, Prioritäten neu zu ordnen und sich stärker auf Mitmenschlichkeit und Glauben zu besinnen.

So ist der Halbmond in Frankfurts Straßen nicht nur ein schönes Lichtmotiv, sondern Ausdruck kultureller Vielfalt und eines spirituellen Moments im Leben vieler Bürgerinnen und Bürger der Stadt. 🌙✨


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

 

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Was gilt als Sonnenuntergang?

Vor etwa 1400 Jahren wurden Gebets- und Fastenzeiten durch die Beobachtung von Sonne und Mond bestimmt. Schatten, Sternkunde und die Sichtung des Halbmondes dienten als Orientierung, wobei lokale Zeiten leicht variieren konnten. Verlässliche Zeugnisse über die Mondsichtung reichten aus, um Monate wie den Ramadan zu beginnen oder zu beenden.

Ramadan, Tage 4

„Wie wird der Sonnenuntergang theologisch und historisch definiert?“

In den letzten zwei Tagen habe ich kurze Beiträge über Iftar (Fastenbrechen) und Suhur (die Mahlzeit vor Beginn des Fastens) geschrieben. Dabei wurde mir eine spannende Frage gestellt: Wie wird eigentlich der Sonnenuntergang genau definiert – sowohl theologisch als auch historisch?

ich würde dazu sagen:

Vor etwa 1400 Jahren, zur Zeit des Propheten Muhammad , wie in den Geschichts- und Sira-Büchern erwähnt, war die Sichtung des Mondes oder Halbmondes und sogar die Bewegung der Sonne sehr wichtig, um die Gebetszeiten zu bestimmen. Die Menschen waren damals natürlich geübt in der Beobachtung der Sterne.

Die Aufgabe des Muezzins war es, die Menschen zu den Gebeten aufzurufen, deren Zeiten vollständig von der Sonnenbewegung abhingen. Die Zeiten wurden anhand des Schattens des menschlichen Körpers auf der Erde und seiner Länge bestimmt, entsprechend der Position der Sonne am Himmel.

Dennoch war die Religion praktisch und flexibel. Historisch gesehen konnten die Gebetszeiten oder der Beginn des Fastens und das Fastenbrechen in derselben Region oder zwischen benachbarten Städten um eine oder zwei Minuten variieren – eine exakte Bestimmung auf die Sekunde war damals nicht möglich.

Obwohl die astronomischen Kenntnisse, wie wir sie heute kennen, in Mekka damals noch nicht vorhanden waren, reichte die Zeugenaussage vertrauenswürdiger Personen über die Sichtung des Halbmondes aus, um die arabischen Monate zu beginnen, einschließlich des Beginns oder Endes des Ramadan.


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

 

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Ab wann darf man in Ramadan essen?

In Deutschland hört man keinen Gebetsruf, aber das Fastenbrechen zum Iftar ist kein Problem: Sonnenuntergang, Gebets-Apps, Online-Kalender oder lokale Moscheen zeigen zuverlässig die genauen Zeiten an.

Ramadan, Tage 3

Gestern wurde ich gefragt, woher man in Deutschland eigentlich weiß, wann das Iftar beginnt – schließlich hört man hier keinen Gebetsruf.

Das ist tatsächlich eine sehr gute frage. und ich sage dazu:

Auch wenn hier niemand zum Gebet ruft, ist das kein Problem: Die Zeiten für Iftar richten sich einfach nach dem Sonnenuntergang am jeweiligen Ort. Viele Muslime nutzen dafür Gebets-Apps, Online-Kalender oder lokale Moscheen, die genaue Zeiten veröffentlichen.

So weiß man genau, wann das Fasten gebrochen werden kann — auch ohne Gebetsruf


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

 

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Was ist Suhur?

Suhur ist die Mahlzeit vor der Morgendämmerung im Ramadan – mehr als nur Vorbereitung auf das Fasten: eine gesegnete Praxis, die Körper und Geist stärkt und Raum für Gebet, Absicht und Besinnung schafft.

Ramadan, Tage 2

Gestern habe ich über Iftar geschrieben – die Mahlzeit nach Sonnenuntergang, mit der Muslime ihr Fasten im Ramadan brechen. Heute geht es um den gegenüberliegenden Teil des Tages.

Was ist Suhur?

Während des Ramadan fasten Muslime von der Morgendämmerung — nicht erst ab Sonnenaufgang, was häufig missverstanden wird — bis zum Sonnenuntergang als Akt der Hingabe. Vor Beginn des Fastens stehen sie zum Suhur auf – der Mahlzeit vor dem Morgengebet (Fajr).

Im Islam ist Suhur mehr als nur Essen: Er gilt als gesegnete Praxis, die Körper und Geist vorbereitet und Raum für Absicht, Gebet und Gottesgedenken schafft


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Fastenzeit

Dieses Jahr beginnen Ramadan und die christliche Fastenzeit gleichzeitig – eine besondere Zeit für Reflexion, Spiritualität und persönliche Erfahrungen.It All Begins Here

Der Ramadan beginnt am Donnerstag ( 19.02.2026). 🌙

Ramadan und die christliche Fastenzeit beginnen dieses Jahr gleichzeitig. 🌙✝️
Ich frage mich, wer von euch beides oder eines davon einhält.

Mich interessiert sehr, was diese Zeit für euch bedeutet und wie ihr sie erlebt – sei es spirituell, persönlich oder im Alltag.


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

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Iftar & Fastenbrechen

Lerne während des Ramadan täglich neue arabische Ausdrücke und kulturelle Einblicke kennen – eine einfache und unterhaltsame Möglichkeit, Sprache, Begegnung und Bedeutung dieser besonderen Zeit zu entdecken. ✨

Das Iftar ist die Mahlzeit, mit der das tägliche Fasten bei Sonnenuntergang mit dem Gebetsruf zum Maghrib beendet wird. Es ist mehr als nur Essen — es ist ein Moment der Besinnung, der Dankbarkeit und des Zusammenseins.

Nach einem Tag des Verzichts auf Nahrung und Getränke kommen Menschen zusammen, oft beginnen sie mit Datteln und Wasser, um Körper und Geist zu stärken. Gegessen werden kann anschließend bis zum Gebetsruf zum Fajr bei Morgengrauen, wenn das Fasten erneut beginnt.


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

 


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1001 NACHT & Ramadan

Begleite mich auf einer täglichen Reise durch Arabisch und Ramadan-Kultur: Jeden Tag teile ich einen neuen Ausdruck oder eine Information, um das Fasten, die Begrüßungen und die Bedeutung dieser besonderen Zeit besser zu verstehen. ✨

In diesem Bereich teile ich kurze Artikel und Gedanken über meine arabische Kultur, Bräuche und Traditionen sowie meine Erfahrungen beim Leben in Deutschland und dem Navigieren zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen. Ich schreibe über alltägliche Begegnungen, kleine Situationen und Momente, die zeigen, wie bereichernd das Leben ist, wenn man Kulturen miteinander verbindet.

Mein Ziel ist es, Brücken des Verständnisses zu bauen und Perspektiven aus meinem Alltag zu teilen – für alle, die sich für den Austausch zwischen Kulturen und das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft interessieren.

Begleitet mich auf dieser Reise und entdeckt, wie wir voneinander lernen und gemeinsam wachsen können! ✨

Ramadan ist ein besonderer und heiliger Monat für Muslime, und auch hier in Deutschland ist es eine Zeit der Besinnung, des Fastens und guter Taten. Das Lernen gängiger arabischer Ausdrücke hilft, andere zu begrüßen, alltägliche Redewendungen zu verstehen und sich kulturell besser zu verbinden.

Um es einfach und unterhaltsam zu gestalten, werde ich jeden Tag einen neuen Ausdruck oder eine Information zum Ramadan teilen, bis zum Ende des Monats. Diese Phrasen helfen dir, Beziehungen zu vertiefen, Respekt zu zeigen und die Bedeutung dieser besonderen Zeit besser zu verstehen.

Bleibt dran und begleitet mich auf dieser kleinen täglichen Reise durch Arabisch und Ramadan-Kultur!


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Ma’assalama ( Auf wiedersehen)

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